Jetzt ist das gestern von morgen …

Jetzt ist das gestern von morgen …

Gruselig, aber leider wahr: Aus wirklich allem (inkl. uns selbst oder unserer Dienstleistung) ein Produkt zu generieren und dies eintauschen zu müssen erscheint mir als das tatsächlich Herbe für diese Welt. Ist doch der Planet Erde mit seinen endlichen Ressocurcen irgendwann als Materiallager ausgebeutet bzw. verändert durch dieses o.g. Verhalten sein Erscheinungsbild und seine Struktur.
Klar, Tausch oder Handel als Ersatz zum Krieg ist eine sinnvolle Idee, aber vielleicht gibt es noch weitere Möglichkeiten, die einen positiven Einfluß auf das Dasein eben auch unserer Mit-Lebewesen hat.  »Nach mir die Sintflut« ist ein zutiefst egozentrisches, narzisstisches Denken.
Wie wichtig wir uns nehmen, zeigt ein kleiner Denkvergleich: Wie viele Unternehmen haben wir im Kopf, die z.B. länger als 100 Jahre überlebten? Wie viele Künstler, Produkte, Menschen kennen wir, die vor 200 Jahren wichtig waren? Was war vor 300 Jahren Trend?
Die Reihe ließe sich lange fortführen und zeigt uns doch an, wie lächerlich unser Streben nach Aufbau und Wachstum sein sollte. Und über diesen Kontext darf man wirklich nicht nur einmal nachdenken.
Tatsächlich ist doch das wirklich nervige, nicht die angeblichen Schmierereien allüberall, sondern die Werbung. Sie ist der eigentliche Nervbolzen, der sich überall dranhängt. Bei Youtube als Vorab-Intro (mnachmal doch schon nach wenigen Momenten überspringbar) oder überall auf Webseiten als Sidebars etc. Vom klassischen TV und Radio ganz zu schweigen …

Dogma: Produkte generieren und Tausch

Das Dogma und die vermeintliche Notwendigkeit aus allem und jedem Produkte zu generieren, erscheint doch in Zeiten des so genannten Umbruchs (auch gerade in Hinblick auf den digitalen Umbruch) als abstrus alternativlos.
TV und Medien dienen uns allen als Steuerungsinstrument. Die kleine Inhaber-Elite, die sich vor der Öffentlichkeit versteckt, erscheint immer mehr lächerlich in Zeiten globaler Auswirkungen.
Verwertung und Wertigkeiten von Handlungen: Wenn wir von diskredierten Werten sprechen, wie z.B. dem Mistrauen, wenn wir etwas aufgenötigt bzw. vermeintlich Unwertiges geschenkt bekommen (wildes Graffiti, Nonsensgeschenke/Trash), dann sollten wir auch genau darüber nachdenken, warum wir dem mistrauen. Die Welt ist ein Geschenk und wurde uns geschenkt. Da kommt niemand und erwartet einen Handel/Tausch. Bestes Beispiel ist das Tierreich.

»Die beste Idee nützt niemanden, wenn Sie nicht verwertet wird.« Walter A. Heiby

Wir hinterlassen kommenden Generationen unfassbar große Berge an Hinterlassenschaften, daß, sofern es danach noch Interesse an Historie und Archäologie gibt, einiges auszubuddeln und zu erkunden gilt. Faktisch gesehen gibt es keinen Müll. Die Natur kennt den Begriff des Unverwertbaren nicht.
Die digitale Alternative zur Produkterschaffung ist keine. Für jedes digitale Produkt (Bild, Text, Post in Clouds usw. etc.), werden Rechenzentren en masse erstellt. Überall sprießen eingezäunte, hochsicherheitsüberwachte Schaltzentren der neuen Matrix empor in dem ein Netzwerk an Virtualität sich einen freiheitlichen Raum erschaffen möchte, der in der analogen Welt seinesgleichen sucht. Was digital schnell per Mausklick erschaffen ist, erscheint dazu analog in der Realität einem langwierigen Prozess hinter sich herzuziehen oder ist einfach schlichtweg verboten. Beispiele gäbe es zuhauf. Alleine die Kommentarfunktion in die Realität zu übertragen hieße bei jedem Thema respektive Entscheidungsprozessen mitreden zu können/zu dürfen.
Erschwerend hinzu kommt für viele, daß sie sich ihr Leben lang verknechten lassen müssen um sich einen Ort »erkaufen« zu dürfen, an dem sie dann ihr Dasein verbringen dürfen. Die eigentlich konditionierte und pädagogisch gesteuerte/geschürte Zwangsjacke ist, sich den Raum »erarbeiten« zu müssen, der eh für jedes Lebewesen vorhanden wäre.
Die beiden großen Tabus dieses Systems: das Eigentum und den Besitz in Frage zu stellen und den Tausch zu bezweifeln. Weiterhin sehr eigenartig: Überproduktion und Mülldefinition. Über Müll und Abfälle nachzudenken rüttelt, ebenfalls an den Grundfesten des so genannten Wirtschaftssystems, daß momentan nur eine Richtung zulässt: Wachstum um jeden Preis. Warum werden Menschen, die das so genannte Containern vollziehen, bestraft? Als Ausrede gilt hier z.B. das diese Lebensmittel angeblich krank machen können:
https://kinder.wdr.de/radio/kiraka/nachrichten/klicker/Containern-bleibt-verboten-100.html
und
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/lebensmittelrettung-bundesverfassungsgericht-containern-bleibt-strafbar/26620882.html?ticket=ST-5883940-kCvqLgMntDnGMjjRtz3u-cas01.example.org
Ist das die vielbeschworene Freiheit, von der uns die Medien die ganze Zeit erzählen? Hier äußern sich die Grenzen und der Tauschzwang.
Darüber nachzudenken, umweltgerechte Alternativen zuzulassen, sind Aufgaben der jetzigen Politik und der momentanen Gesellschaft.
Wie sage ich immer? Das einzige, was man kauft ist eine Erlaubnis. Frohes Neues 2022.
 
 

Now that’s yesterday from tomorrow …

 
Creepy, but unfortunately true: Generating a product from really everything (including ourselves or our service) and having to trade it seems to me to be the really bitter thing for this world. After all, planet earth with its finite resources will at some point be exploited as a material store or, as a result of this behavior, will change its appearance and structure.
Sure, barter or trade as a substitute for war is a sensible idea, but perhaps there are other possibilities that have a positive influence on the existence of our fellow creatures as well. „After me the flood“ is a deeply egocentric, narcissistic way of thinking.
A small comparison of thoughts shows how important we take ourselves: How many companies do we have in mind that have survived for more than 100 years, for example? How many artists, products and people do we know who were important 200 years ago? What was the trend 300 years ago?

The series goes on and on, and yet it shows us how ridiculous our striving to build and grow should be. And you really shouldn’t think about this context just once.

Dogma: Generate products and exchange


In times of so-called upheaval (particularly with regard to the digital upheaval), the dogma and the supposed necessity of generating products from everything and everyone seems abstrusely without alternative.
Exploitation and valuation of actions: When we speak of discredited values, such as mistrust when something is forced upon us or we are given something that is supposedly unworthy, then …
We are leaving behind unbelievably large mountains of legacies for future generations that, if there is still interest in history and archeology afterwards, there is a lot to dig up and explore.
In fact, there is no garbage. Nature does not know the concept of the unusable.
The digital alternative to product creation is not one. Data centers are created en masse for every digital product (image, text, post in the cloud, etc.). Fenced, highly security-monitored switching centers of the new matrix sprout up everywhere, in which a network of virtuality would like to create a free space that is unparalleled in the analog world. What can be created digitally with a click of the mouse appears analogous to a lengthy process in reality or is simply simply forbidden. There are plenty of examples. Simply transferring the comment function into reality would mean being able to have a say in every topic or decision-making process.

A further complication for many is that they have to be enslaved all their lives in order to be able to »buy/purchase« a place where they can then spend their existence. The actually conditioned and pedagogically controlled / stoked straitjacket is to have to „work out“ the space that would be available for every living being anyway.

The two great taboos of this system: to question property and possession and to doubt exchange. Also very strange: overproduction and waste definition. Thinking about garbage and garbage shakes the foundations of the so-called economic system, which currently only allows one direction: growth at any price. Why are people who do what is known as containers punished? The excuse here is, for example, that these foods can supposedly make you sick (links in german):
https://kinder.wdr.de/radio/kiraka/nachrichten/klicker/Containern-bleibt-verboten-100.html
and
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/lebensmittelrettung-bundesverfassungsgericht-containern-bleibt-strafbar/26620882.html?ticket=ST-5883940-kCvqLgMntDnGMjjRtz3u-cas01.example.org
 Is that the much-touted freedom that the media tell us about all the time? This is where the limits and the obligation to swap express themselves.
Thinking about permitting environmentally friendly alternatives is a task for current politics and current society.
How do i always say The only thing you buy is a permit. Happy New 2022.
#protest #nachhaltigkeit #containern #dogmen #denkmuster #digitalematrix #denkenhilft #samplesofthinking #dogmas

TYPOGRAFFITI

TYPOGRAFFITI

Während wir in Italien eine tolle Zeit verbringen dürfen, bekomme ich die Mail, daß der Release eines Buchprojektes ansteht. Wieder mal ein Buch zum Thema Graffiti, werden sicher einige denken, die sich mit dem Thema ausführlicher beschäftigen.
Aber diesmal ist es eines über das Wurzelwerk des Stylewritings, dem richtigen Wort für Graffiti, dem eigentlichen gestalterischem Hintergrund, der Schriftgestaltung bzw. der Typografie, des so genannten Styles, initiiert durch Joe Hennig, selbst Teil des Graffitiwriting-Künstlerkollektivs Majo Brothers aus Düsseldorf. Heutzutage wimmelt es ja in den angeblich sozialen Netzwerken von so genannten Legenden dieses Bereichs. In Zeiten bevor es Print- bzw. Online-Magazine (Juxtapoze und wie sie alle heissen) und Internet gab, existierten allerdings auch schon Menschen, die sich damit befassten, eigene Stilistiken in die Form gesprühter Schriftbilder zu realisieren.
Das Besondere des Buches an diesem Printwerk liegt in der Alphabetisierung der eigenen Stilistik der Writer und auf persönliche Nutzbarkeit der eigenen Stilistik als so genannter Font.
Einen Teil davon findet man in dem Ende des Monats erscheinenden Buch »TYPOGRAFFITI-Fonts of True Writers von A bis Z«. Heutzutage ein Standardspielzeug für jeden Benutzer eines Rechners, war dies Anfang/Mitte der 90er Jahre noch etwas ganz besonderes.
So wundert es nicht, daß mein allererster digital nutzbarer (und setzbarer) Stylewriting-Font Essohnesenf aus dem Jahr 1993 darin Verwendung findet. Damals zeichnete ich auf einem Wacom Zeichentablett in Fontographer auf einem Apple MacIntosh Quadra 950 in den heiligen Hallen von Logic Records (Snap=Luca Adelchi Anzilotti & Michael Münzing) in der Strahlenberger Straße in Offenbach unter der Ägide von Eike König und Sascha Müller Lüönd.
FontShop Gründer und Typo-Ikone Erik Spiekermann, den ich damals den Schriftschnitt per Post als Ausdruck schickte, zeigte sich sehr begeistert.
Unter vielen anderen finden sich Alphabete von Ash (BBC Crew Paris), Cario (Hamburg), Delta (Amsterdam), Fume (Düsseldorf), Gismo (Mannheim), Inka (Berlin), Loomit (München), Nash (Stuttgart), Semor (Köln), Sign (Wiesbaden), Toast (Zürich/Bern), Won (München).
Die Buchpräsentation findet am 29.10.2021 von 17.00- 21.00 Uhr im Düsseldorfer Ladengeschäft einer anderen Legende statt: Hood Company, Hüttenstr. 156, 40227 Düsseldorf. Be there or be square …
TYPOGRAFFITI
Fonts of True Writers von A bis Z.
Herausgegeben von Jonny Bauer, Joe Hennig, Verlag Kettler
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2021 – kartoniert – 248 Seiten
Pressetext: Architektur, Typografie und Graffiti sind von jeher eng verbunden. Vielen Writern dient die Architektur als Leinwand, auf der mit Typografie und Graffiti experimentiert wird.
Dabei hat nahezu jeder Writer schon einmal einen eigenen Font gestaltet oder zumindest darüber nachgedacht, aus den Buchstaben, die er für seine Arbeit an der Wand entwirft, ein komplettes ABC zu bauen.
Die Publikation versammelt zahlreiche Legenden des Graffitis, die teils eigens für diesen Anlass neue Fonts in ihrem jeweils unverwechselbaren Stil geschaffen haben. Mit seinen unterschiedlichen Beiträgen feiert Typograffiti den grafischen und kulturellen Ausdruck der Writer und zeigt die Lebendigkeit der Szene ebenso wie die Aktualität ihrer Fonts.
Das Buch stellt alle Writer und ihre Schriften ausführlich vor, enthält begleitende Statements sowie Aufnahmen der Fonts in der Anwendung auf der Wand. So versteht sich die Publikation als Inspiration für Sprüher, Schriftgestalter, Grafiker und Kunstinteressierte.
ISBN: 3862069222
EAN: 9783862069224

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»Du Papa, wenn ich groß bin, will ich auch…

»Du Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden …!«

Diese legendäre Kampfansage der tatsächlichen muffigen und spießigen Bausparkassen war ein Trompetenstoß eines Paradigmenwechsels, weg vom unangepassten autonom agierenden Bürger (Hippie/Punk etc.) hin zum braven Anleger (Pädagoge/Rechtsanwalt) mit Bausparvertrag. Eine tatsächliche Revolution (Zurückentwicklung) in die 50er Jahre des so genannten Wirtschaftswunders.
Diese Tatsache machte sich damals 2004 die LBS und ihre Werbeagentur mit ihrem legendären Werbespot zunutze.
Abseits des Normdiktats des Algorithmus Familie gründen, Haus bauen/Hauserwerb, Eigentum und Besitz mit Carport und geleastem weißem SUV/respektive ebenfalls geleastem Porsche Macan/Panamera/ Audi Q5-Q7/Q8/BMW X3-7 mit Sportkit davor, hat es immer auch andere, oftmals umständlichere Wegmöglichkeiten gegeben, die gerne in Deutschland mistrauisch betrachtet werden. Etymologisch kommt WEG übrigens von weg(gehen) bzw. andere Wege gehen …
Wer gegen den Strom schwimmt, braucht Kraft und muss mit Turbulenzen rechnen (allerdings bleibt er/sie/es dann auch fit).
Seinen eigenen Weg zu gehen und diesen auch um jeden Preis zu verwirklichen war für das Gros der Bevölkerung lange nicht hip. (Dazu passt hervorragend eine meiner Illustration »Mit aller Macht – um jeden Preis« für das Oberarm-Tattoo des Goethe-Plaketten Trägers Moses Pelham aus dem Jahr 2000). Zu bequem war es doch (und ist es teilweise noch immer) sich an festetablierte Kapitaleinkünfte/Einkommensquellen zu klammern.
Jetzt, wo sich vieles verändern wird, ist das selbstständige, mündige Tun, vielleicht nicht mehr ganz so abwegig und das Nachdenken über neue, andere Wege wird nicht mehr so argwöhnisch beobachtet.
Ich freue mich wenn es weitere Menschen gibt, die es tatsächlich wagen andere Lebenskonzepte durchzudeklinieren.
 

„»Du Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden …!«“ weiterlesen

»Kinder, fangt wild an zu sprühen … «

Banksysytem 2021 © is for Losers
Banksystem 2021 © is for Losers

 

»Kinder, fangt wild an zu sprühen … «

Denken hat schon viel verändert. Tun mindestens genauso. So habe ich an dieser Stelle rechts neben der Plakatfläche 1986 erste Sprühversuche unternommen und während meiner aktiven Breakdance/BBoy-Phase einen »Freeeze« Throwup mit Papa’s Farbsprühdosen aus dem Ölkeller des Reihenhauses dorthin gesprüht.
Heute präsentiert sich an gleicher Stelle eine Plakatwerbung für ein massenmediales Phänomen namens Banksy (m/w/d), angeblich ebenfalls wilder Sprüher, um nicht zu sagen, das idolisierte Bild des romantisch wilden Graffiti-Sprayers schlechthin.
Was sagt uns das über Werte?
Als Erfinder der urban education rate ich daher ab jetzt jedem Kind, Jugendlichen, Heranwachsenden bei meinen Urban-Spray Workshops / Graffiti-Workshops (z.B. bei Jochen-Schweizer), daß, wenn es Karriere machen und unschätzbare Werte generieren möchte, einfach illegal und wild sprühen muss. Allerdings möglichst nur sozialkritische Schablonenarbeiten/Stencils. Alles andere erscheint momentan als wertlos.
Ein Hoch auf die Konsumierbarkeit/Ökonomisierung von allem.
Hepp, raus in die Welt sei ein Künstler …

 

 

»Children, start spraying wildly …«

Thinking has changed a lot. Do at least the same. So I made my first spray attempts at this point to the right of the poster area in 1986 and during my active breakdance / BBoy phase I sprayed a »freeeze« throwup with dad’s spray cans from the oil cellar of the row house there.
Today there is a poster advertisement for a mass media phenomenon called Banksy (m / f / d), allegedly also a wild sprayer, not to say the idolized image of the romantically wild graffiti sprayer par excellence.
What does this tell us about values?
As the inventor of urban education, from now on I advise every child, adolescent, adolescent in my urban spray workshops / graffiti workshops (e.g. at Jochen-Schweizer) that if they want to make a career and generate invaluable values, simply illegal and wild must spray. However, if possible, only socially critical stencils / stencils. Everything else seems worthless at the moment.
A cheer for the consumability / economization of everything.
Hepp, out into the world, be an artist …

Mural für einen vergessenen Maler

Mural für einen vergessenen Maler

Leider erinnerte ja im Ort Marxheim nichts an den Maler Ludwig Meidner, der dort eine ganze Zeit lebte, wirkte und sich auch wohlfühlte. Das weckte in mir den Tatendrang ihm eine würdige Gedenkstätte zu schaffen, sodaß ich mir eine Fläche ausdachte, die prominent genug und unübersehbar an ihn erinnern könnte. Dank dem Hofheimer Kunstverein und dessen damaligen Vorsitzenden Dr. Gerhardt Marquordt, Cornelia von Plottnitz, der Stadt Hofheim und der Syna konnte ich nun im Juni das Selbstportrait Ludwig Meidners auf einem Trafogebäude in Hofheim-Marxheim realisieren. Danke an meinen Mitarbeiter und Buddy Andreas Schmoll. Wie schon nahezu selbstverständlich sprühte ich ohne Hilfsmittel, wie Projektor oder Beamer und imitierte damit den Duktus der Strichzeichnung Meidners aus dem Jahr 1955. Was in fünf Stunden umgesetzt wurde, dauerte vier Jahre Genehmigungswege und Verhandlung durch und mit den Institutionen. Einsehbar ist das Mural auf der Rheingaustraße/Ecke Marbodstraße. Hier die offizielle Pressemitteilung der  LUDWIG MEIDNER GESELLSCHAFT E.V.:
Pressemitteilung
LUDWIG MEIDNER IST WIEDER IM MARXHEIM
Der Hofheimer Künstler Helge W. Steinmann gestaltet
ein überlebensgroßes Portrait des Malers Ludwig Meidner
An der Rheingaustraße in Marxheim erhielt vor einigen Tagen ein bisher eher unscheinbarer Transformatorenturm einen neuen Anstrich. Das wäre nichts Besonderes, wenn darauf jetzt nicht auch überlebensgroß der Kopf eines Mannes zu sehen wäre, der für Marxheims jüngere Geschichte eine außerordentliche Bedeutung hat. Es handelt sich nämlich um den Kopf des Malers, Zeichners und Literaten Ludwig Meidner, eines der bedeutendsten Künstler des deutschen Expressionismus. der von 1955 bis 1963 in Marxheim lebte und arbeitete. Daran soll sein Bild auf dem Turm erinnern.
Die Idee hatte Helge W. Steinmann, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Bomber“, der für seine künstlerischen Graffiti und Lichtinstallationen heute internationale Anerkennung erfährt. Er machte der Vorsitzenden der Ludwig Meidner Gesellschaft, Cornelia von Plottnitz, den Vorschlag, den Turm mit einem Portrait des Malers zu gestalten. Gemeinsam fand man in den Skizzenbüchern Meidners ein Selbstbildnis, das wunderbar passte. Meidner zeichnete sich so im Frühjahr 1955, gerade zu dem Zeitpunkt, als er sich in Marxheim niederließ. Die kleine Zeichnung wurde zur Vorlage für das große Portrait auf dem Turm, das Helge W. Steinmann jetzt in Graffititechnik ausführte. Die Stadt Hofheim und die Syna GmbH (Süwag-Gruppe), denen der Turm gehört, unterstützten und förderten das Projekt großzügig.
Ludwig Meidners Zeit in Marxheim
Der jüdische Künstler Ludwig Meidner (1884 – 1966), dessen Werke man heute in führenden deutschen und internationalen Museen findet, kam – nach einem entbehrungsreichen Exil während des 2. Weltkriegs in England – 1955 nach Marxheim. Hier fand er durch die Vermittlung der Malerin, Galeristin und Mäzenin Hanna Bekker vom Rath in der Bahnstraße eine alte Werkstatt, die er als Atelier und Wohnung nutzen konnte. Der kleingewachsene, freundliche Bohemien wurde ein echter Marxheimer, gut integriert in die damalige dörfliche Gemeinschaft. Das zeigen noch heute die vielen Portraits, die Meidner von seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern anfertigte. Nach der Übersiedlung des fast 80-jährigen nach Darmstadt bekannte Ludwig Meidner Ende 1963 in einem Brief: „Marxheim wurde meine zweite Heimat.“ So steht es jetzt auch auf der Fassade des Turms.
Die Werkstatt, Meidners „Wohnatelier“ in der Bahnstraße, existiert noch heute. Einen erklärenden Hinweis darauf gibt es aber nicht. Und es sind nur noch ältere Menschen, die dem vor über 50 Jahren gestorbenen Künstler noch persönlich begegnet sind. So hält nun das Portrait auf dem Turm an der Rheingaustraße die Erinnerung an den bedeutenden Marxheimer Mitbürger wach.
Hofheim, 22. Juli 2021
LUDWIG MEIDNER GESELLSCHAFT E.V.
Dr. Gerhard Marquordt
Mitglied des Vorstands
Projektkoordinator
Jahnstr. 3
65719 Hofheim
Tel. 06192 22768
gmarquordt@frdeenet.de
www.meidnergesellschaft.de

 

Mural for a forgotten painter

Unfortunately, nothing in the village of Marxheim was reminiscent of the painter Ludwig Meidner, who lived there for a long time, worked and also felt comfortable. That awakened in me the urge to create a worthy memorial for him, so that I thought up an area that could be prominently enough and unmistakably reminiscent of him. Thanks to the society of art Hofheim and its former chairman Dr. Gerhardt Marquordt, Cornelia von Plottnitz, the city of Hofheim and Syna, I was able to realize Ludwig Meidner’s self-portrait on a transformer building in Hofheim-Marxheim in June. Thanks to my colleague and buddy Andreas Schmoll. As if almost taken for granted, I sprayed without aids such as a projector or beamer and thus imitated the style of Meidner’s line drawing from 1955. What was implemented in five hours took four years of approval and negotiation by and with the institutions.
The mural can be seen on Rheingaustraße / corner of Marbodstraße. Here is the official press release from LUDWIG MEIDNER GESELLSCHAFT E.V .:
Press release
LUDWIG MEIDNER IS BACK IN MARXHEIM
The Hofheim artist Helge W. Steinmann designed
a larger than life portrait of the painter Ludwig Meidner
A few days ago, a previously inconspicuous transformer tower on Rheingaustrasse in Marxheim was given a new coat of paint. That would be nothing special if it weren’t for the larger-than-life head of a man who is of extraordinary importance for Marxheim’s recent history. It is about the head of the painter, draftsman and writer Ludwig Meidner, one of the most important artists of German Expressionism. who lived and worked in Marxheim from 1955 to 1963. His picture on the tower should remind of this.
The idea came from Helge W. Steinmann, better known by his stage name “Bomber”, who is now internationally recognized for his artistic graffiti and light installations. He made the proposal to the chairman of the Ludwig Meidner Society, Cornelia von Plottnitz, to design the tower with a portrait of the painter. Together they found a self-portrait in Meidner’s sketchbooks that fitted wonderfully. Meidner distinguished himself in this way in the spring of 1955, just at the time when he settled in Marxheim. The small drawing became the template for the large portrait on the tower, which Helge W. Steinmann now carried out using graffiti technology. The city of Hofheim and Syna GmbH (Süwag Group), who own the tower, generously supported and sponsored the project.
Ludwig Meidner’s time in Marxheim
The Jewish artist Ludwig Meidner (1884 – 1966), whose works can now be found in leading German and international museums, came to Marxheim in 1955 after a hard exile during World War II in England. Here, through the mediation of the painter, gallery owner and patron Hanna Bekker vom Rath, he found an old workshop in Bahnstrasse that he could use as a studio and apartment. The small, friendly bohemian became a real Marxheimer, well integrated into the village community of that time. This is still evident today in the many portraits that Meidner made of his fellow citizens. After the almost 80-year-old moved to Darmstadt, Ludwig Meidner confessed in a letter at the end of 1963: “Marxheim became my second home.” This is what it says on the facade of the tower.
The workshop, Meidner’s “living room” on Bahnstrasse, still exists today. However, there is no explanatory reference to this. And it is only older people who have met the artist, who died over 50 years ago, personally. The portrait on the tower on Rheingaustrasse now keeps the memory of the important Marxheim citizen alive.

Zwei Interviews

Zwei Interviews

Nach dem Walls don’t lie WDL-podcast gibt es aktuell zwei ganz nette kleine Interviews mit mir. Eins durch das SGE-Eintracht Frankfurt-Fanzine Fan geht vor Nr. 9.  über meine Tätigkeit als Fan und inoffizieller Eintracht-Frankfurt Adlersprayer und das andere folgt live am 22. Februar 2021 zwischen 17.00 und 18.00 Uhr durch Thenk über Frankfurts Hip Hop Historie in der Sendung Montags ’n‘ Harmony auf Radio X auf 91.8 FM.
After the Walls don’t lie WDL podcast there are currently two very nice little interviews with myself. One through the SGE-Eintracht Frankfurt-Fanzine Fan geht vor number 9 about my work as a fan and unofficial Eintracht-Frankfurt eagle-sprayer and the other follows live on February 22nd, 2021 between 5 p.m. and 6 p.m. through Thenk about Frankfurt’s hip hop history in the show Mondays ’n‘ Harmony on Radio X on 91.8 FM.

Die Welt zu einem besseren Ort machen …

Anti-Vandal-Bomber, London 2017. Photo: Marcel Panne

Die Welt zu einem besseren Ort machen … oder das Prinzip Hoffnung.

Es gibt Gegenden der Erde, die nicht so toll leben können wie wir. Wie sage ich immer? »Nichts ist selbstverständlich.« Dieses Jahr ist in jeder Hinsicht anders. Zu dem ganzen Chaos fügen sich anderenorts noch richtige Katastrophen, wie z.B. Krieg, Überschwemmungen, Gewalt, Hass. Einer dieser gebeutelten Orte auf diesem Planeten nennt sich Südsudan.
Ich habe mir dieses Jahr überlegt auf jedwede Schenkerei zu verzichten und diese gesparten Ausgaben an Ärzte ohne Grenzen zu spenden., die nicht nur dort aktiv sind.
Ich ziehe den Hut vor diesen Menschen, die ihr Leben riskieren um echte humanitäre Hilfe zu leisten.
Wenn wir alle abgeben, können wir da eventuell wirklich helfen. Am liebsten würde ich persönlich mithelfen, aber momentan ist es ja als Nichtmediziner eher unsinnig.
 
Also, digitale Taschen gezückt und spenden, falls machbar.
 
»Cemnoz @ Phrix« Bomber feat. Lichtfaktor, LumaPaint Station @ Bomber LuxUs, Luminale Hattersheim 2010. Photo: Marcel Panne

Make the world a better place … or the principle of hope.

There are parts of the world that cannot live as well as we can. How do i always say „Nothing can be taken for granted.“ This year is different in every way. In addition to the whole chaos, there are real catastrophes elsewhere, such as War, floods, violence, hatred. One of these troubled places on this planet is called South Sudan.
This year I have thought about giving up any presents and donating these saved expenses to Doctors Without Borders, who are not only active there.
I give my biggest respect to these people who risk their lives to provide real humanitarian aid.
 

 

Folge dem Fellkragen …

WDL Folgencover Bomber. Foto © Dieter Roosen 1993.
BOMBER Walls dont lie podcast

Folge dem weißen Fellkragen …

Immer tiefer geht es in den Kaninchenbau und das weiße Karnickel rennt um sein digitales Leben: Insta und andere sogenannte Netzwerke lenken herrlich ab von der vermeintlich trüben Corona-Rezessions-Realität. Ferngesteuert in die kleinen Smartphone starrend rennen viele von uns durch die Welt ohne ihr tatsächliches Dasein an ihrem jeweiligen Ort und zu dieser Zeit wahrzunehmen. Stellt man sich einmal der Welt von Likes, thumbs ups und so genannten Influencern, erkennt man die Lächerlichkeit und die Nachteile eines vermeintlichen Wettbewerbs. Viel Schein, viel Werbung und viel Rauch um Nichts. Keinerlei Bestand, da ob der Fülle der Möglichkeiten in einem angeblich ungesteuerten leeren Raum so viel entdeckt und auch gemacht werden kann, daß man sich darin verliert.  Denn das Verkaufsversprechen eines Portals ist ja eben genau die Möglichkeit einer wie auch immer gearteten Präsentation. Kids machen es vor, die Alten rennen hinterher (und kleiden sich dann auch) wie Kids: Slimfit bei älteren sieht einfach hohl und peinlich aus. Fellkragenjacken und SUVs sind jetzt ja schon in den letzten Winkeln der Republik angekommen. Zeit das Ruder herumzureißen und neue Stilistiken anzupreisen.
Egal, auch mein frühes (und auch ein Teil) meines temporäres Artworks bekommt einen Platz im digitalen Bewertungstrash, allerdings denn auf dem interessanten Walls dont lie Podcast von Kid Crow und KGEE. Der Podcast beleuchtet eben nicht nur Street Artists, sondern präsentiert auch und gerade Styler/Stylewriter, Graffiti-Artists, Bboys, Hip Hip und wildes Artwork aus Deutschland. So gibt es ein hörenwertes Interview mit meinem sehr herzlichen Freund Amigo (Flying Steps) aus Berlin, der nebenbei bemerkt auch ein fantastischer Kalligraph ist und meinem hervorragendem GBF Crewmember –  und SUK/Stick Up Kidz Crewkollegen dem Typo-Grafen Tasek aus Hamburg (vorher Braunschweig) und ebenso meinem alten Bekannten Stylemaster Shaw aus Berlin. Btw. wers noch nicht weiß, 2000 buchte und vermittelte ich die Flying Steps für eine Präsentation auf der ISPO an Sony PlayStation, die daraufhin nahezu jährlich erst auf der Games Convention in Leipzig, dann auf der Gamescom in Köln aktiv waren.
Ab Montag, 07.12.2020 wird dann dort auch ein ausführlicheres Interview mit deinem Lieblings-Oldschool-Homie (O-Ton Klark Kent-obwohl er selbst gerade mal ein Jahr später anfing zu malen) a.k.a. meiner Wenigkeit zu finden sein.
Im Zuge des Prozesses habe ich dann Kid Crow auch in die GBF-(Gummibächenfront) Crew aufgenommen, eine altehrwürdige Crew, deren Mitglieder international verteilt sind, aber ihren Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum haben.
Das ist mal Kulturpolitik der ganz anderen Art. Btw. wo ist denn der öffentliche Raum im Internet ?
Schönen Nikolaus und folge dem weissen Kaninchen … !
GBF Crew (© Tag by Kid Crow)
 
 

 

 

 

 

 

 

Follow the white fur collar …

It’s getting deeper and deeper into the rabbit hole and the white rabbit is running for its digital life: Insta and other so-called networks divert attention away from the supposedly gloomy Corona recession reality. Staring remotely into our small smartphones, many of us run through the world without realizing their actual existence in their respective place and time. If you face the world of likes, thumbs ups and so-called influencers, you can see the ridiculousness and disadvantages of an alleged competition. Lots of appearances, lots of advertising and a lot of smoke about nothing. Absolutely no endurance, since whether the abundance of possibilities in an allegedly uncontrolled empty space can be discovered and also done so much that one gets lost in it. Because the sales promise of a portal is precisely the possibility of a presentation of whatever kind.
Kids show how it is done, the old ones run after them (and then dress like kids too): Slimfit with older people just looks hollow and embarrassing. Fur collar jackets and SUVs have already arrived in the last corners of the republic. Time to turn things around and advertise new styles.
Regardless, my early (and also part of) my temporary artwork gets a place in the digital rating rush, but on the interesting Walls dont lie podcast by Kid Crow and KGEE. The podcast not only illuminates street artists, but also presents stylers / stylewriters, Graffiti-Artists, bboys, hip hip and wild artwork from Germany. So there is an interview with my very warm friend Amigo (Flying Steps) from Berlin, who is also a fantastic calligrapher, and my outstanding GBF crew member – the typo count Tasek from Hamburg (previously Braunschweig) and my old friend Stylemaster Shaw from Berlin. Btw. If you don’t know yet, in 2000 I booked and arranged the Flying Steps for a presentation at the ISPO to Sony PlayStation, which was then active almost every year, first at the Games Convention in Leipzig, then at Gamescom in Cologne.
From Monday, December 7th, 2020 there will also be a more detailed interview with yours truly.
In the course of the process, I then accepted Kid Crow into the GBF (gummy bear front) crew, a venerable crew whose members are spread internationally, but whose focus is on German-speaking countries.
This is a very different kind of cultural policy. Btw. where is the public space on the internet?
Have a nice Santa Claus/Père Noël/Father Christmas and follow the white rabbit …!
#thehousethathiphopbuilt
Seasons greetings from Frankfurt 2020 by BOMBER ©
 

 

 

 

 

 

 

Jahresendzeit News ;-)

Jahresendzeit News 😉

Ich bin ja kein Freund Produkte oder Dienstleistungen  um jeden Preis zu erschaffen, denn das heizt ja den Tauschzwang noch mehr an, aber in seltsamer prophetischer Weise hatte ich im Januar 2019 Shirts entworfen, die die momentane Situation nicht besser beschreiben könnten: Haarige Zeiten!
Das Shirt hairy times for long-haired bombers ist direkt über mein Atelier zu beziehen. Ebenfalls erhältlich ist das Modell Ein Herz für Sprayer und die klassischen Bomber-Shirts in den Größen M, L, XL. Alle sind unisex, mittelschwere 180 g bis 250 g Qualität, doppelt gerackeltes Motiv (Siebdruck) von B&C oder Gildan.
29,- zzgl. Versand 3,79 Euro.
Weiterhin bekommt jeder Besteller (m/w) ein von mir gestaltete und auf 250 Stück limitierte, nummerierte und personalisierte Din A6-Postkarte Seasons greetings from Frankfurt dazu. Dies ist ein Projekt meiner Freunde Debie und Musti vom hervorragenden Kreativstudio 707.
Weihnachten wird ja eh komisch, trotzdem ist das vielleicht ein nettes Geschenk für Menschen mit Humor.
Bestellungen bitte an shop@bomber.de
Netterweise durfte ich mich in diesem Jahr in dem wirklich nahezu alles anders war, über ein Arbeitsstipendium der Hessischen Kulturstiftung freuen. Danke liebe Kulturstiftung …
Trotz allem, vergleiche ich Förderungen, die z.B. an die Bauern gehen mit denen  die an die Kulturschaffenden gehen, ist das ein echter Witz.
A propos Kultur, nicht vergessen, den Youtube Kanal zu abonnieren bzw. zu besuchen:
https://www.youtube.com/user/BomberGBFBI

 

End of year news 😉

I’m not a fan of generating products or services at any price, because that heats up the obligation to swap even more, but in a strange prophetic way I designed shirts in January 2019 that couldn’t describe the current situation better: Hairy times!
The hairy times for long-haired bombers shirt can be obtained directly from my studio. The model A Heart for Sprayer and the classic bomber shirts in sizes M, L, XL are also available. All are unisex, medium-weight 180 g to 250 g quality, double fluted motif (screen print) by B&C or Gildan.

29, – plus shipping 3,79 euros (for germany, overseas more).
Furthermore, every customer (male / female) receives a numbered and personalized Din A6 postcard Seasons greetings from Frankfurt, which I designed and limited to 250 pieces. This is a project by my friends Debie and Musti from the amazing 707 creative studio.
Xmas is going to be weird anyway, but it might still be a nice gift for people with a sense of humor.
Please send orders to shop@bomber.de
In this year in which almost everything was really different, I was able to look forward to a work grant from the Hessian Cultural Foundation. Thank you dear cultural foundation …
In spite of everything, I will compare grants, e.g. go to the farmers in Germany with those who go to the cultural workers, that’s a real joke.
In case of culture, don’t forget to subscribe to or visit the YouTube channel:
https://www.youtube.com/user/BomberGBFBI

Der selbstgewählte Smartphone- und Medienverzicht

Der selbstgewählte Smartphone- und Medienverzicht

Wie sehr wir von so genannte mobilen elektronischen Endgeräten/Mobile devices abhängig sind, merkt man erst, wenn man sie nicht mehr dabei hat. Die kleinen und auch noch größeren Multitools wie Laptop (Oldschool!) und Pads wollen alles können, werden dank ihrer ständig erweiterbaren – weil digitalen – Matrix zu wahren Helden des Alltags und des Privatlebens und sie wollen noch weit mehr als nur dienen. So weit reicht ihr Wollen und Können, daß sie zu einem unverzichtbaren Alleskönner werden, deren Bandbreite schier grenzenlos erscheint. Weit über eine mittlerweile banale Strassen-Navigation hinaus, transferieren und transformieren die kleinen Scheisser nahezu jede Dienstleistung in Echtzeit, stehen dabei ständig mit ihreren größeren Brüdern in Kontakt. Und das ist erst der Anfang.
Paypal kills the Moneysystem
Wer hätte schon vor 20 Jahren gedacht, daß Bargeld in naher Zukunft eine Rarität werden könnte und man mit seinem guten Namen via emailadresse zahlen kann? Wobei die Email auch schon oldschool und nahezu so  tot ist, wie die CD und Vinyl-glaubt man den Kindern, die Vorreiter der innovativen Nutzung dieser Tamagotchis 2.0 sein wollen: Die Netzwerke TikTok, Twitter, Insta und Fratzenbuch sind dabei auch schon auf der Langweilskala angekommen. Face-Apps und viele andere angebliche Abfallprodukte der Militär- und kryptografischer  Sicherheitsindustrie erfreuen sich höchster Beliebtheit als Zeitvertreib der kleinen Racker.
Überhaupt: Kommunikation … die verändert sich auch gerade maßgeblich. Weg vom Text, hin zum Bild. Emojisierung nennt man das Phänomen, daß eigentlich nur zurückführt zu den Anfängen und Wurzeln von Alphabeten und Buchstaben. Zuerst war eben das Bild und nicht das Wort. Denn … ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte. Und vor allen Dingen eben auch schneller …
Je mehr wir uns digital nähern, desto mehr scheinen wir uns human voneinander zu trennen …
Wer sich nun bewusst, meinetwegen auch nur temporär, so wie ich im Selbstversuch entgegen dieses Universums an Möglichkeiten entscheidet, stellt schnell fest, wie unfassbar relevant und lebenseinnehmend diese digitalen Assistenten schon jetzt sind. Es ist nicht nur verdammt bequem, nein es wird zu einem immer ernster zu nehmenden Möglichkeiten-Kraken, der ähnlich der Hydra, bekommt er erst mal einen Kopf abgeschlagen, zwei neue nachgewachsen sieht. „Erst von außen betrachtet, also außerhalb des Wassers, sieht man das Fischernetz gut.” würde der Fisch sagen. Und ganz klar, warum das so ist. Medial wird diese Entwicklung gerne oft als innovativ und toll verkauft.
Überhaupt Innovation, das Wort scheint ja anscheinend nur noch in Gemeinschaft mit dem Wort »digital« verfügbar, wenn man dem Medienkonsens glauben darf.
Alles in allem wird mir immer mehr bewusst, daß jetzt die Kontrolle in den Händen von Computer-Nerds liegt. Es scheint die Rache der pickligen, bleichgesichtigen bucklingen Jungs der hinteren Ecke, die sich nie mit Mädels abgaben und immer über Rechnerleistungen ihrer PCs und Software unterhielten und die jetzt in den Führungsriegen der börsennotierten Top-Unternehmen agieren.
Ich selbst wollte nie so werden und wollte auch nie vor Computern sitzen. Muss ich jetzt auch nicht mehr. Die Teile werden so klein und mächtig sein, daß sie unabdingbar den Alltag beherrschen werden.
Danke für die Innovation, ihr MINT-Fächer Streber.
Alles suuuuper! Everything is fine …

The self-chosen renunciation of smartphones and media

You only notice how dependent we are on so-called mobile electronic end devices / mobile devices when you no longer have them with you. The small and even larger multitools such as laptops (old school!) And pads want to be able to do everything, become real heroes of everyday and private life thanks to their constantly expandable – because digital – matrix and they want to do much more than just serve. Their willingness and ability extend so far that they become an indispensable all-rounder, the range of which seems almost limitless. Far beyond a meanwhile banal street navigation, the little shit transfer and transform almost every service in real time and are constantly in contact with their bigger brothers. And that is just the beginning.
Paypal kills the money system
Who would have thought 20 years ago that cash could become a rarity in the near future and that you could pay with your good name via email address? Whereby the email is already oldschool and almost as dead as the CD and vinyl – one believes the children who want to be pioneers in the innovative use of these Tamagotchis 2.0: The networks TikTok, Twitter, Insta and Fakebook are already on the boring scale arrived. Face apps and many other alleged waste products from the military and cryptographic security industry are extremely popular as a pastime for the little rascals.
In general: communication … that is also changing significantly right now. Away from the text, towards the image. Emojization is the name of the phenomenon that actually only leads back to the beginnings and roots of alphabets and letters. At first there was the picture and not the word. Because … a picture is worth a thousand words. And above all faster …
The closer we approach digitally, the more we seem to separate ourselves humanly …
Anyone who is now aware, even if only temporarily, as I decide against this universe of possibilities in a self-experiment, quickly realizes how incredibly relevant and life-consuming these digital assistants are already now. Not only is it damn comfortable, no, it is becoming an increasingly serious possibility-octupus, which, similar to the Hydra, sees two new ones grow back when it gets a head cut off. “You can only see the fishing net clearly from the outside, outside the water.” the fish would say. And it’s very clear why that is. In the media, this development is often sold as innovative and great.
Innovation in general, the word apparently only seems to be available in conjunction with the word „digital“ if one can believe the media consensus.
All in all, I am becoming more and more aware that control is now in the hands of computer nerds. It seems to be the revenge of the pimply, pale-faced hunchback guys in the back corner, who never bothered with girls and always talked about the computing power of their PCs and software and who are now in the management ranks of the top listed companies.
I never wanted to be like that myself, and I never wanted to sit in front of computers. I don’t have to anymore. The parts will be so small and powerful that they will inevitably dominate everyday life.
Thanks for the innovation, your STEM subjects nerd.

#auflösungderprivatsphäre #yourhomewasyourcastle